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ObjektTaffet-Bänder

Beschreibung: Mustertafel mit drei einfachen Taffetbändern aus versiegelter Baumwolle. Auf der Rückseite befindet sich ein Etikett der "Berufsschulen der Stadt Wermelskirchen (Rhld.) / Abt. ...(?) / Name: [handschriftlicher eingetragener Name] / Gewerbe: [handschriftlich] Schuharbeiter".
Kontext: Mit Taffet - heute kurz Taft genannt - bezeichnet man die älteste und einfachste Art der Gewebebindungen. Bei jedem Schusseintrag kommt die eine Hälfte der Kettfäden auf der Oberseite zu liegen, die andere Hälfte der Kettfäden wird vom Schussfaden überdeckt. Dadurch entsteht ein auf beiden Seiten des Gewebes gleich aussehendes Schachbrettmuster, das die engste Verknüpfung von Kett- und Schussfäden darstellt. In der Bandweberei ist die Bezeichnung "Taffet" für diese Bindungsart allgemein gebräuchlich, unabhängig vom Material. In der Leinenweberei bezeichnet man sie als "Leinwandbindung". Die Mustertafel befindet sich in einem Ordner mit der Aufschrift "Gewerbliche Berufsschule / Mappe 1 / Taffetbänder (einfache)", der vermutlich zu Demonstrationszwecken der einzelnen Muster- und Farb- und Bindungsmöglichkeiten für die Weberlehrlinge angelegt wurde. Die Mustertafel war offensichtlich im Besitz der städtischen Berufsschule in Wermelskirchen und diente dort wahrscheinlich als Anschauungsmaterial. Vielleicht wurde die Mustertafel vom auf der Rückseite genannten Schüler erstellt und diente als Prüfungsleistung. Die Bänder bestehen wohl aus Baumwollgarn, das in sich selbst verdreht und mit einem Harz/Wachs/Wäschestärke behandelt wurde, damit die Bänder ihre Form behalten.
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