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ObjektPetroleumkocher

Beschreibung: Petroleumkocher mit einem Gestell aus Gusseisen. Es handelt sich um einen so genannten Docht-Kocher. Der Kocher selbst ist hellblau-grau emailliert und insgesamt in einem guten Zustand. Es finden sich lediglich leichte Alterungsspuren: die Emaillierung ist z.T. rissig, fleckig und leicht verrostet. Das Gerät, auch Rechaud genannt, besteht aus einem Unter- und einem Oberteil. Das Unterteil setzt sich zusammen aus dem Petroleumreservoir und dem eigentlichen Kocher aus emailliertem Eisenblech. Darunter befindet sich ein gusseisernes Untergestell mit drei verzierten Füßen, die einen festen Stand gewährleisten sollen, sowie zwei Henkeln. Über dem Petroleumreservoir sind zwei breite Dochte angebracht, die an der Unterseite ins Petroleum hineinragen und sich somit vollsaugen können. Die Dochte können über zwei Drehknöpfe mehr oder weniger hochgedreht werden. Auf diesen Unterbau kann man das Oberteil stellen, das zum Anheizen abgenommen werden muss. Es besteht ebenfalls aus einem gusseisernen Gestell mit drei verzierten Füßen, darüber ein Gefäß aus emailliertem Eisenblech, das an der Unterseite zwei Aussparungen für die Dochte aufweist. Auf diesem Gefäß wiederum befindet sich eine verzierte, gusseiserne Kochplatte, die man bei Bedarf aber auch abnehmen kann. Auf diese Platte kann man Töpfe oder andere Gefäße stellen.
Kontext: Petroleum-Kocher boten um die Wende zum 20. Jahrhundert eine zusätzliche Kochmöglichkeit, wenn der eigentliche Küchenherd außer Betrieb oder schon belegt war. Sie dienten aber auch zum Warmhalten von Speisen oder der Kaffeekanne, und gaben außerdem Wärme an den Raum ab. Eventuell stellte man auf solche Kocher auch Töpfe mit Gerichten, die lange dünsten oder köcheln mussten, z.B. Kochbirnen oder Fleischbrühe. Obwohl diese Art von Herdgeräten ein warmes Licht ausstrahlten, brachten sie doch auch einige Nachteile mit sich, z.B. sonderten sie bei Betrieb einen unangenehmen Geruch ab, vor allem, wenn die Dochte falsch eingestellt waren oder das Gerät nicht regelmäßig gründlich gereinigt wurde. Dochtkocher waren eine frühe Form der Petroleum-Kocher. Sie wurden schnell nach Erscheinen der Petroleum-Gas-Kocher, die eine erheblich höhere Leistung bei viel sparsamerem Verbrauch und deutlich weniger Geruchsbelästigung erreichten, von diesen verdrängt. Bis in die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts waren die Dochtkocher aber noch weit verbreitet, zumal in diesen Jahren Petroleum noch deutlich billiger als Gas war. Nachgefüllt wurde dieser Brennstoff meist aus einer speziellen Petroleumkanne.
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