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ObjektKonfirmationsurkunde

Beschreibung: Gerahmte Konfirmationsurkunde. Die Urkunde des Konfirmanden August Thiemann senior ist von einem ornamentalen Rahmen eingefasst. Dieser nimmt als Bildmotive das "Abendmahl" und "Der predigende Jesus" auf sowie sieben Bibelstellen in Schrifttafeln. Die Ornamente verbinden Renaissance- und Barockelemente miteinander. Drei Engelsfiguren schließen den Rahmen oben ab. Außerdem sind christliche Symbole um den Text gruppiert: Hl. Geist-Taube, Bibel, Kreuz mit ehernen Schlange, Anker, Palme, Buch und Kelch, Gesetzestafeln, Lilienstängel, Weinstock.
Kontext: Die summarische Aufzählung von christlichen Symbolen nimmt Bezug auf die Bibel. Das Abendmahl und die Predigt Jesu unterstützen ebenfalls den evangelischen Charakter des Blattes. Diese Konfirmationsurkunde mit ihrer Symbolsprache und dem Neorenaissancedekor ist weit verbreitet gewesen und wurde über 70 Jahre unverändert verwendet. Hier liegt ein sehr frühes Exemplar von 1840 vor. Dieses und eines von 1846 (Römer) haben die auffällige Wolkengestaltung im Umkreis des Wortes "Denkspruch" gemein. Alle anderen Exemplare haben eine unauffällige Wolkenbildung. Dies ist der einzige Unterschied zwischen der älteren und den jüngeren Auflagen dieses Blattes. Konfirmationsurkunden mit einem persönlichen Konfirmationsspruch sollten die Gläubigen auch Jahre später an das bedeutende Fest der Konfirmation erinnern. Denn die Konfirmation hatte nicht nur eine religiöse Funktion, sondern markierte auch einen sozialen Umbruch: Sie fiel zusammen mit dem Schulabschluss und dem Beginn der Lehre oder eines Dienstes. Konfirmationsurkunden dienten als Wandschmuck in Wohn- und Schlafzimmern. Trotz des standardisierten Angebots fertiger Druckvorlagen, ließ die Auswahl des Bibelspruchs und das Arrangement der Schmuckmotive eine individuelle Ausgestaltung zu. Die Urkunde stammt aus der Hausbandweberei Thiemann in Wuppertal-Ronsdorf. Der Bandweber August Thiemann senior gründete die Bandweberei 1870. 1892 übernahm sein Sohn August junior, 1928 seine Enkelin Maria den Betrieb. 1970 gab Maria Thiemann die Bandweberei auf. 1987 erfolgte der Abbau des Gebäudes, ab 1990 der Wiederaufbau auf dem Gelände des Freilichtmuseums. Über drei Generationen haben die Mitglieder der Familie Thiemann diese Urkunde zur Konfirmation ausgehändigt bekommen.
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