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DokumentHenn Margareta

Beschreibung: Handgeschriebenes Rezeptbuch, bei dem auf 174 handschriftlich nummerierten Seiten zunächst Speisefolgen, bestehend aus Vorspeisen, Hauptmahlzeit sowie Nachspeise, beschrieben werden, jeweils mit Datum (zwischen 5. April und 20. Juli 1911) und den jeweiligen Auslagen bzw. Kosten für die benötigten Lebensmittel versehen. Im Anschluss folgt ein Teil mit nach Kategorien sortierten Rezepten. Die Seiten 151 bis 164 sind, abgesehen von der fortlaufenden Nummerierung, nicht beschrieben. Am Ende des Buches findet sich ein detailliertes und ebenfalls nach Kategorien geordnetes Inhaltsverzeichnis mit den Rezepten und den jeweils passenden Seitenzahlen. Auf der Titelseite hat die Verfasserin in schwarzer Tinte ihren Namen "Henn Margareta" festgehalten. Die Vorderseite des Einbandes sowie der Buchrücken fehlen. Das Rezeptbuch weist starke Gebrauchs- und Alterungsspuren auf, einige Seiten sind z. T. lose und geknickt, das Papier ist stark vergilbt, außerdem finden sich auf der Titelseite und auf der letzten Seite zahlreiche Flecken und Kritzeleien.
Kontext: Das handgeschriebene Rezeptbuch hat Bezug zu einem Kochkurs, der 1911 in Wollersheim (Nideggen) veranstaltet wurde. Unter dem Titel "Haushaltungsschule" fand der Kurs auf Anregung des Landrates Kesselkaul als achtwöchiger Probekurs der Kreiswanderkochschule im Frühjahr 1911 im Haus von Martin Langen, Zehnthofstraße 62, mit 17 jungen Teilnehmerinnen statt. Bei den Frauen handelte es sich hauptsächlich um frisch Verheiratete, die im Kurs lernen sollten, selbstständig einen Haushalt zu führen, entsprechende Mahlzeiten zuzubereiten und die Ausgaben und Kosten zu überwachen. Laut eines Zeitungsartikels aus der Dürener Zeitung vom Juli 1912 verlief dieser Probekurs derartig erfolgreich, dass man im kommenden Jahr zwei weitere Haushaltungskurse im Kreis Düren, in Ellen und Nideggen-Berg, anbot, die laut des Artikels ebenfalls zahlreiche Anmeldungen verbuchen konnten. Margareta Henn, die Tante des Verleihers, nahm am Wollersheimer Kurs teil und verfasste während der acht Wochen ein eigenes Rezeptbuch, in dem sie nicht nur Anleitungen für die erlernten Gerichte notierte, sondern auch die jeweiligen Ausgaben für die benötigten Lebensmittel und die Seitenzahlen festhielt. Anhand der von ihr eingetragenen Datierungen auf jeder Seite, kann man genau nachvollziehen, an welchem Tag welche Gerichte gekocht wurden und in welcher Speisenfolge sie miteinander kombiniert wurden. Im Anschluss an diesen Teil des Buches notierte Frau Henn weitere, nun nach Kategorien sortierte Rezepte, u.a. Nachspeisen, Kuchen, Salate. Auf den letzten Seiten des Buches findet sich ein detailliertes, handgeschriebenes Inhaltsverzeichnis. Das Rezeptbuch wurde, laut Aussage des Verleihers, von Margareta Henn lange benutzt. Im Laufe des Zweiten Weltkrieges ging es verloren und wurde erst Jahrzehnte später auf dem Dachboden des Wohnhauses der Familie in Wollersheim wiederentdeckt.
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