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ObjektAndachtsbild

Beschreibung: Andachtsbild in einem auffälligen, goldenen Rahmen, der außen mit einem erhabenen Rankenmuster verziert ist. Motiv: "Jesus am Ölberg" von Josef August Untersberger, Pseudonym: Giovanni. In der rechten Bildhälfte sitzt Jesus (in Profilansicht) auf einem Felsen, die Hände gefaltet, den Kopf leicht gesenkt, mit gedankenverlorenem Gesichtsausdruck. Um ihn in einiger Entfernung stehen mediterrane Bäume, im Hintergrund ist die Silhouette von Jerusalem sichtbar. Am Nachthimmel bricht gerade der Vollmond durch die Wolken.
Kontext: Dargestellt ist der biblisch überlieferte Moment, als Jesus sich in Erwartung der bevorstehenden Verhaftung zum Gebet in den Garten zurückzieht und zunächst mit seinem Schicksal hadert, um es letztlich gottergeben anzunehmen. Das Motiv ist in der Kunstgeschichte häufig dargestellt worden und gehört normalerweise in jeden Passionszyklus. Zugleich ist es seit der Spätgotik als Einzelmotiv im Stile eines Andachtsbildes bekannt. Hier liegt allerdings ein neuartiger Entwurf des alten Themas vor. Normalerweise kniet Jesus, hier ist ein entspanntes Sitzmotiv gewählt. Meist wirkt Jesus verzweifelt, hier blickt er traurig und nachdenklich. Der edelmütige Ausdruck entspricht dem Jesus-Bild des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Außerdem sind meist die drei schlafenden Jünger am Rande dargestellt. Hier hat man auf dieses "Beiwerk" verzichtet und konzentriert sich ganz auf Jesus. Das Bild ist inhaltlich und in der Gestaltung für evangelische und katholische Familien des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts passend gewesen. Da es sich um ein ziemlich kleinformatiges Bild handelt, ist es nicht als ausgesprochenes Schlafzimmerbild anzusprechen. Das vorliegende Motiv des Malers Untersberger war ab 1917 als Farbdruck und Lithografie im Handel.
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