Mai 2026:
Die Pfingsteierkrone. Ein Brauch im Rheinland
Ein Brauch, der sich in einigen Regionen des Rheinlandes bis heute erhalten hat, ist das Gestalten und Aufhängen einer imposanten Eierkrone über einem Dorf- oder Marktplatz. Träger des Brauchs sind oft die ansässigen Junggesellenvereine, die in den Wochen vor Pfingsten ausgeblasene Eier bei der Bevölkerung sammeln.
In Bonn-Küdinghoven werden z. B. Eier für eine 2,5m hohe und drei Zentner schwere Eierkrone benötigt, die die Junggesellen in den Tagen vor den Festtagen auf ein kronenförmiges Gestell aufziehen, das mit weiteren Eier-Leinen und bunten Bändern verziert wird. Die offensichtlichste Verbindung zu Pfingsten liefert eine an der Eierkrone befestigte, künstliche Taube, die den Heiligen Geist repräsentiert.
Die meist am Pfingstsamstag neben dem örtlichen Maibaum aufgehängte Eierkrone blieb früher wohl so lange hängen, bis der erste Erntewagen sie passierte. Heute finden auch andere Bräuche unter ihr statt, wie etwa die Krönung des Mai-Königspaares in Bonn-Küdinghoven. Die größte Eierkrone findet sich mit etwa 25.000 Eiern alljährlich in Bendorf am Rhein.
Bild: Pfingstkrone in Bonn-Küdinghoven 1984, Peter Weber/LVR, CC BY 4.0 (036_095/Archiv des Alltags im Rheinland)