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ObjektTaffet mit Atlaskanten

Beschreibung: Mustertafel mit sieben einfarbigen dünnen Taffetbändern aus Seide mit Atlaskanten. Vom dunkelroten Band fehlt ein Stück. Bei den Bändern steht handschriftlich "(6 3/4 : 2 90 Schuß) (4 3/4 : 2. 8''' 105 Schuß)". Unten auf der Tafel steht handschriftlich "Taffet mit Atlaskanten".
Kontext: Mit Taffet - heute kurz Taft genannt - bezeichnet man die älteste und einfachste Art der Gewebebindungen. Bei jedem Schusseintrag kommt die eine Hälfte der Kettfäden auf der Oberseite zu liegen, die andere Hälfte der Kettfäden wird vom Schussfaden überdeckt. Dadurch entsteht ein auf beiden Seiten des Gewebes gleich aussehendes Schachbrettmuster, das die engste Verknüpfung von Kett- und Schussfäden darstellt. In der Bandweberei ist die Bezeichnung "Taffet" für diese Bindungsart allgemein gebräuchlich, unabhängig vom Material. In der Leinenweberei bezeichnet man sie als "Leinwandbindung". Atlas bezeichnet wie Taffet die Art der Bindung. Atlasgewebe zeichnen sich durch ihre Glätte, Gleichmäßigkeit und ihren Glanz aus, die durch ihre spezielle Atlasbindung entstehen. Hierzu macht man die Verkreuzungspunkte der einzelnen Fäden unsichtbar, damit eine glatte und glänzende Oberfläche entsteht. Dies erzielt man am besten mit feinen, gleichmäßigen, glatten und glänzenden Fäden, wie etwa aus Seide oder feiner Baumwolle. Atlasgewebe sind sehr geschmeidig und sehr gut drapierbar. Im Gegensatz zu Breitgeweben ist der Randabschluss - die Kante - bei Schmalgeweben wie den Bändern von großer Bedeutung. Mit einer guten bzw. schlechten, gleichmäßigen bzw. ungleichmäßigen Kante steigt oder fällt der Wert eines Bandes. Unterschieden wird dabei in glatte Kanten und Zierkanten, wie sie vor allem bei Schmuckbändern vorkommen. Atlaskanten fanden vor allem bei Damen- und Besatzbändern Verwendung. Die Angabe 8''' gibt die Bandbreite in der damals üblichen Maßeinheit "französischen Linien" an (1 französische Linie entspricht 2,25 mm). Die anderen Notizen geben Auskunft über die Rietberechnung.
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