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ObjektRipsbänder mit Zacken.

Beschreibung: Mustertafel mit fünf Rips-Bändern mit Zacken an der Webkante aus Kunstseide in bordeauxrot, signalrot, cremefarben und weiß. Unten auf der Mustertafel ist ein Etikett mit dem handschriftlichen Vermerk "Ripsbänder mit Zacken" aufgeklebt.
Kontext: Mit Rips wird die Bindung der Kett- und Schußfäden zueinander bezeichnet, bei der sich charakteristische Quer- oder Längsrippen im Gewebe bilden, die der Bindungsart ihren Namen gaben. Unterschiedliche Rips-Bindungen können verschieden aussehende Arten von Rippen erzeugen, die für unterschiedliche Produkte verwendet wurden. So waren abgerundete Rippen als Zierelement vor allem bei Herrenhut- und Gürtelbändern beliebt, während flache Rippenmuster allen voran bei Damenbändern (Ottoman-Bändern) bevorzugt wurden. Von großer funktionaler Bedeutung war die Rips-Bindung aufgrund der sich mit ihr bietenden Elastizität für die Produktion von Strumpfbändern und Bindungsbändern (z.B. Hosenträger) sowie als Verstärkungsband. Andere Rips-Bindungen können eine hohe Zugkräftigkeit hervorrufen und wurden somit bei Schuhschleifen und anderen Bändern mit hoher erforderlicher Reißkraft eingesetzt. Zacken an der Webkante wurden dadurch hergestellt, indem man Metalldrähte an den Kettruten befestigte und über die Schaftlitzen dem Webvorgang zuführte, wo sich beim Schusseintrag der Faden um die Drähte legt. Beim Abzugsvorgang am Regulator zieht sich das Band von den Drähten los und bildet somit die freistehenden Zacken. Bei Kunstseiden handelt es sich um halbsynthetische Stoffe, bei dem der natürliche Ausgangsstoff Zellulose chemisch oder physikalisch behandelt wird. 1884 wurde das erste Patent für Kunstseide aus Nitratzellulose vergeben, allerdings waren die ersten Stoffe noch von bescheidener Qualität. Die heute noch zu den wichtigsten Kunstseidenarten gehörende Viskoseseide kam 1906 auf den Markt und zeichnete sich bereits damals als äußerst widerstandsfähige und preiswerte Variante aus.
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