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DokumentRezeptbuch

Beschreibung: Rezeptbuch mit handschriftlichen Eintragungen in Sütterlin. Der Einband des Buches ist stark beschädigt, die Innenseiten sind jedoch recht gut erhalten. Die Eintragungen wurden überwiegend mit schwarzer Tinte vorgenommen. Es finden sich auch Eintragungen mit blauem Kugelschreiber oder Bleistift. Das Buch wurde von mehreren Autoren genutzt, da unterschiedliche Handschriften zu finden sind. Auch Schreibübungen eines Kindes. Sehr wahrscheinlich wurde das Buch über mehrere Jahrzehnte (1920er bis 1950er Jahre) für Eintragungen genutzt, da nicht alle Handschriften Sütterlin sind. Die dunkelgrauen Vorsatzblätter haben einen rosafarbenen allover Motivdruck. Das Muster erinnert an Tortenspitzen und halbe Zitronenscheiben. Das Buch hat auf der rechten Seite der Innenseiten ein vorgefertigtes Register. Es ist dunkelrot und die einzelnen Kategorien sind in Fraktur (gold) aufgedruckt. Die einzelnen Katergorien lauten: Suppen, Fische, Fleisch-Speise, Braten, Tunken, Gemüse, Salate, Kompotte, Mehl- und Eierspeisen, Pudding, Eingemachtes, Backwerk, Getränk. Nicht in allen Kategorien sind Rezepte zu finden. So bleiben Tunken, Salate, Kompotte, Mehl- und Eierspeisen leer. Besonders zahlreich sind die Rezepte unter Suppen, Backwerk, Gemüse und Pudding. Da der Platz unter Backwerk nicht ausreichte, finden sich Kuchenrezepte auf den nachfolgenden Getränkeseiten. In der Rubrik Gemüse sind dreizehn verschiedene Kartoffelgerichte aufgeschrieben, ihnen ist die Überschrift "Kartoffelspeisen" vorangestellt. Von Rahmkartoffeln, über Kartoffelplätzchen, Kartoffeln zu Sauerkraut bis zu Filetkartoffeln gibt es hier viele Vorschläge zur Zubereitung der Kartoffel. Unter der Rubrik Pudding finden sich verschiedenste Puddings, die oft aus Speiseresten hergestellt werden. Cremes, Aufläufe (süß und herzhaft) und Gelees sind hier auch aufgeführt. Insgesamt sind eher einfache Grundrezepte mit einfachen leicht verfügbaren Zutaten für die tägliche Zubereitung enthalten. Es gibt keine vorangestellte Zutatenliste. Die einzelnen Zutaten werden in der Reihenfolge der Zubereitung genannt. Die Rezepte haben nur eine Länge von wenigen Zeilen, es wird vorausgesetzt, dass die Köchin oder der Koch die Einzelheiten der Zubereitung kennt. Auch Gar- oder Backzeiten und Angaben zur Temperatur fehlen zum größten Teil, sie beschränken sich auf mäßige oder gute Hitze. Eine Ausnahme bilden die neueren Back-Rezepte der 50er Jahre, hier sind die Zutaten untereinander aufgeführt und der Zubereitung vorangestellt. Die Zubereitung ist sehr ausführlich (ca. 2 Seiten) beschrieben. Für manche Rezepte sind unterschiedlichen Varianten notiert, z.B. Kaffeekuchen oder Anisplätzchen. Unter Suppe finden sich nach einem Fleischsuppenrezept, verschiedene Rezepte für diverse Klößchen, die in die Suppe eingelegt werden können. Maggi dient bei den herzhaften Speisen teilweise als Würze. Dem Rezeptbuch liegen verschiedene Zettel lose bei (Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, Kalenderseiten, kleine handgeschriebene Notizzettel, aus den 1930er bis 1950er Jahren), auf denen verschiedene Rezepte abgedruckt sind. Teilweise mit farbigen oder Schwarz-Weiß-Fotos. 1930er/40er Jahre: Falsche Marzipantorte 1950er Jahre: Kirschtorteletts, Rote Grütze, Umgedrehte Kirschtorte, Schwäbischer Träubleskuchen, Heidelbeerkuchen, Quarktorte, Gemüselaibchen, Großmutters Christstollen, Zimtsterne, Weihnachtsstollen, Rahmbonbons, Eierlikör, Falsche Schlagsahne, Königsberger Klopse, Auf einem Zettel sind die Zutaten für Weihnachtsstollen untereinander aufgelistet. Hinter jeder Zeile finden sich in zwei Spalten Zahlen von 12 bis 70, die am Ende jeweils addiert wurden. Unter den jeweiligen Summen stehen die Jahreszahlen 1952 und 1953. Vermutlich handelt es sich hier um einen Kostenvergleich der Zutaten für beide Jahre. Demnach wäre 1953 ein Weihnachtsstollen um 19 Pfennige günstiger gewesen. Mit welchen Zutaten Felle gegerbt werden können, ist am Ende des Buches vermerkt.
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