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ObjektMatrosenmütze für Kinder

Beschreibung: Matrosenmütze für Kinder, die aus zwei Lagen Stoff genäht wurde. Auf der Rückseite sind zwei schwarze Bänder (26 und 31 cm Länge) angenäht. Das Mützenband, auf dem der Schriftzug "Kreuzer Köln" mit beigem Garn eingestickt ist, ist vorne an zwei Stellen angeheftet, ansonsten lose. Die Mütze ist vergilbt.
Kontext: Im wilhelminischen Kaiserreich wurde kein anderes Kleidungsstück so zum Zeichen für Kindheit und Jugend wie der Matrosenanzug. Über Jahrzehnte bestimmte er die Kinderbekleidung nicht nur in Deutschland, sondern in großen Teilen von Europa. Die englische Prinzessin Victoria, Gemahlin von Kaiser Friedrich III. und Mutter von Wilhelm II., brachte die Mode mit nach Deutschland. Wohlhabende Familien taten es der kaiserlichen Familie gleich und spätestens seit den 1870er-Jahren gehörte der Matrosenanzug zur Standardbekleidung für deutsche Jungen. Zum Matrosenanzug gehörte auch eine Tellermütze. Um 1880 tauchten die ersten Varianten des Matrosenanzuges für kleine Mädchen auf: meist Matrosenblusen mit Faltenrock. Die Zeit der Jahrhundertwende wurde zur Blütezeit dieser Mode und beinahe jedes Kind im Kaiserreich konnte einen Matrosenanzug sein eigen nennen, was vor allem Photographien von Schulklassen aus dieser Zeit beweisen. Erst nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Zusammenbruch der deutschen Monarchie kam der Matrosenanzug aus der Mode, einige Jahre später wurde er gar von den Nationalsozialisten als Sinnbild des deutschen Kaiserreiches verurteilt. Der "Kreuzer Köln" lief 1928 in Wilhelmshaven vom Stapel und wurde Ende März 1945 im Hafen von Wilhelmshaven während Reparaturarbeiten bei Fliegerangriffen versenkt.
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