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ObjektKranke Menschen in diätetischer Heilbehandlung. Teil I: Magen-, Darm- und Hautkrankheiten

Beschreibung: Teil I aus einer Reihe von medizinischen Büchern mit dem Thema der richtigen Ernährung bei bestimmten Krankheiten, hier: Magen-, Darm- und Hautkrankheiten. Das Buch wurde von Dr. med. M. Bircher-Benner unter Mitarbeit von Dr. med. Franklin Bircher und Dr. med. Willy Bircher herausgegeben und erschien 1936 im Wendepunkt-Verlag mit Sitzen in Zürich, Wien und Leipzig in einer Auflage von 5.000 Stück. Es hat insgesamt 72 Seiten, auf denen verschiedene Magen-, Darm-, oder Hautleiden sowie eine jeweils angemessene Diät vorgestellt werden.
Kontext: Maximilian Oskar Bircher-Benner (1867-1939) war ein Schweizer Arzt und Ernährungswissenschaftler. Er entwickelte das Birchermüesli und gilt als Pionier der Vollwertkost. Durch die Behandlung einer magenkranken Frau kam Bircher-Benner auf die Idee, eine Rohkost-Diät zu entwickeln. Der bekannteste Bestandteil seiner Vollwertkost-Diät war das Bircher-Müesli. Er stellte die These auf, dass nicht der Gehalt an Nährstoffen für die Qualität der Nahrungsmittel entscheidend sei, sondern Sonnenenergie. Diese Lehre stieß auf Skepsis seitens Medizinern und Naturwissenschaftlern. Auch seine Annahme, dass Rohkost wertvoller sei als gekochte und pflanzliche Nahrungsmitel, widersprach den damals gängingen Ernährungsansichten. 1904 eröffnete er in Zürich ein Sanatorium. Kurgäste waren u.a. Thomas Mann, Rainer Maria Rilke, Hermann Hesse oder Wilhelm Furtwängler. 1923 gründete Bircher-Benner die Zeitschrift "Der Wendepunkt im Leben und im Leiden" und verfasste "Wendepunkt-Kochbücher", die weite Vebreitung fanden. Rechtskonservative und nationalsozialistische Mediziner unterstützten Bircher-Brenners Lehre. Der deutsche Reichsärzteführer Gerhard Wagner wollte Bircher-Brenner die Leitung des Rudolf-Hess-Krankenhauses übertragen, jedoch scheiterten diese Bemühungen wegen Widerständen anderer Mediziner und finanzieller Probleme. Bircher-Brenners Sanatorium blieb jedoch in den 1930er Jahren ein Treffpunkt für nationalsozialistische Ärzte und Hygieniker. Nach seinem Tod führten zwei seiner Söhne den Santoriumsbetrieb fort. 1973 ging es schließlich in den Besitz des Kantons Zürich über, bis es 1994 endgültig geschlossen wurde.
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