Direkt zum Inhalt

ObjektKonfirmationsurkunde

Beschreibung: Konfirmationsurkunde von Carolina Sorg (spätere Küpper) vom 5.4.1846 im schwarz lackierten Rahmen. Der Denkspruch mit den Angaben zur Person und weiteren Daten ist von einem ornamentalen Rahmen eingefasst. Dieser nimmt als Bildmotiv das "Abendmahl" und "Der predigende Jesus" auf, sowie sieben Bibelstellen in Schrifttafeln. Die Ornamente verbinden Renaissance- und Barockelemente miteinander. Drei Engelsfiguren schließen den Rahmen oben ab. Außerdem sind christliche Symbole um den Text gruppiert: Hl. Geist-Taube, Bibel, Kreuz mit eherner Schlange, Anker, Palme, Buch und Kelch, Gesetzestafeln, Lilienstängel, Weinstock.
Kontext: Konfirmationsurkunden mit einem persönlichen Konfirmationsspruch sollten die Gläubigen auch Jahre später an das bedeutende Fest der Konfirmation erinnern. Denn die Konfirmation hatte nicht nur eine religiöse Funktion, sondern markierte auch einen sozialen Umbruch: Sie fiel zusammen mit dem Schulabschluss und dem Beginn der Lehre oder eines Dienstes. Konfirmationsurkunden dienten als Wandschmuck in Wohn- und Schlafzimmern. Trotz des standardisierten Angebots fertiger Druckvorlagen, ließ die Auswahl des Bibelspruchs und das Arrangement der Schmuckmotive eine individuelle Ausgestaltung zu. Die summarische Aufzählung von christlichen Symbolen nimmt Bezug auf die Bibel. Das Abendmahl und die Predigt Jesu unterstützen ebenfalls den evangelischen Charakter des Blattes. Diese Konfirmationsurkunde mit ihrer Symbolsprache und dem Neorenaissancedekor ist weit verbreitet gewesen und wurde über 60 Jahre unverändert verwendet. Hier liegt ein sehr frühes Exemplar von 1846 vor. Das Museum verfügt über mehrere vergleichbare Stücke. Dieses und eines von 1840 (Thiemann) hat die auffällige Wolkengestaltung im Umkreis des Wortes "Denkspruch" gemein. Alle anderen Exemplare haben eine unauffällige Wolkenbildung. Dies ist der einzige Unterschied zwischen der älteren und den jüngeren Auflagen dieses Blattes. Diese Konfirmationsurkunde stammt aus der Gaststätte Römer aus Wuppertal-Sandfeld. Die Gaststätte wurde 1878 noch unter dem Namen „Restauration Küpper“ eröffnet und 1996/1997 ins LVR-Freilichtmuseum Lindlar transloziert.
Zurück nach oben