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ObjektKommunionsurkunde

Beschreibung: Kommunionsurkunde in einem profilierten Rahmen. Darstellung einer Messe unter freiem Himmel (Feldgottesdienst). Die Gottesdienstteilnehmer sind Soldaten. Es ist der Moment der Kommunion erfasst. Der Priester hat gerade die Hostien an die vordere Reihe der Soldaten verteilt, die auf einer provisorischen Kommunionbank aus Baumstämmen knien, und wendet sich jetzt einem Verwundeten zu. Dieser erhebt sich von der Trage und wird von einem Arzt gestützt. Seitlich kniet eine Schwester in Tracht, die wahrscheinlich als Lazaretthelferin tätig ist. Im Bildvordergrund auf der rechten Seite steht Kriegsgerät: eine Kanone, Gewehre, Feldrucksäcke, ein Helm, eine Lanze mit Fahne (Blau-Weiß). Dahinter schließt sich der Altar mit weißer Decke an, über dem ein großes Kruzifix montiert ist. Dieses steht mittig vor der Menschenmenge, scheint aber aus der Ansammlung von Kriegsgerät herauszuragen. Die Texttafel ist seitlich von zwei stilisierten Brunnen, aus denen Wasser fließt, eingefasst: das Wasser des Lebens.
Kontext: Das ungewöhnliche Bildmotiv erklärt sich aus dem Ausstellungsdatum der Urkunde. Um die Umstände des Ersten Weltkriegs zu vergegenwärtigen, wurde eine zeitgenössische Szene entworfen. Hinter dem Motiv stehen die Hoffnung auf Gott und der Glaube an seine Gegenwart in der heiligen Kommunion, trotz der bedrückenden Kriegssituation. Es scheint sich aber nicht um eine Anklage gegen den Krieg zu handeln. Vielmehr erhält dieser, versinnbildlicht durch die Waffen im Bildvordergrund, Gottes Segen. Dazu passend: Die Inschrift auf der Altardecke "(uns)re Stärke" weist zu dem Kriegsgerät hin. Das Bildmotiv ist geeignet, die Stellung der Kirche zum Ersten Weltkrieg und wohl auch die Kriegswahrnehmung der Bevölkerung während des Krieges zu interpretieren.
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