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ObjektKleines Pilzkochbuch für Kriegs- und Friedenszeiten. Anweisung zu fachgemäßer Behandlung und Zubereitung der Pilze im einfachen bürgerlichen Haushalt

Beschreibung: Kochbuch aus dem Ersten Weltkrieg (1917) mit dem Titel "Kleines Pilzkochbuch für Kriegs- und Friedenszeiten. Anweisung zu sachgemäßer Behandlung und Zubereitung der Pilze im einfachen bürgerlichen Hauhalt", geschrieben von Emma und Eugen Gramberg. Untypisch für Pilzbücher ist, dass es keinerlei Abbildung gibt. Im Vorwort wird darauf eingegangen, dass Pilze eine für jedermann zugängliche Nahrungsquelle seien, auf die gerade in Kriegs- und Krisenzeiten mehr zurückgegriffen werden sollte. Das Anliegen der Autoren liegt demnach darin, die hungernde Bevölkerung über die Nutzung der richtigen Pilze aufzuklären. Die einzelnen Pilzsorten werden dazu zunächst vorgestellt, es wird beschrieben, welche Pilze essbar sind und welche man besser meiden sollte und im Anschluss daran folgen Rezepte und Verarbeitungshinweise. Am Ende des Buches finden sich drei Werbeanzeigen für weitere Bücher, u. a. auch für ein weiteres Pilzbuch: "Pilze der Heimat", ebenfalls von Eugen Gramberg verfasst.
Kontext: Schon im 19. Jahrhundert waren Pilzbücher üppig illustrierte Kochbücher. Sie hatten zuerst die Aufgabe, die Bevölkerung vor Vergiftung zu bewahren. Noch kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurde vor “Vergiftungswellen” gewarnt und auf Pilzberatungsstellen hingewiesen. Auch allgemeine Kochbücher hatten oft eine farbige Pilztafel. Mit Beginn des Krieges entstand eine neue Aufgabe von Pilzkochbüchern - genau wie “Wildkräuter” und “Wildgemüse”-Ratgeber dienten diese in Krisenzeiten als zusätzliche und vor allem markenfreie (erhältlich ohne Lebensmittelmarke) Sättigungsquelle. Damals war nicht bekannt, dass Pilze nur sehr wenig Energie liefern. Auch im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit wurde wieder auf Pilze zurückgegriffen.
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