ObjektHaarbild, Anna Helena Michels, 1901
Lizenztyp Digitalisat:
Rechte vorbehalten - freier Zugang
Beschreibung:
Brauner Bilderrahmen mit Kasten und abgesetzten Ecken, innen mit weißer Seide ausgeschlagen, an den Ecken mit Spiegeln versehen. in der Mitte dreiteiliges Haarbild. Links Kreuz mit 2 Querbalken, in der Mitte auf dem Kopf stehendes Kreuz oben mit Herz, rechts runder Haarschmuck, alle Haargebilde unten mit schwarzer Samtschleife. Darunter gedruckte Lebensdaten der Toten
Kontext:
Die Hauptzeit der Haarbildkunst war im 19. Jh., vor allem in der 2. Hälfte. Sie dienten vor allem der Trauer- und Erinnerungskultur und schufen ein enges Band zwischen dem ursprünglichen Träger und den "Nachkommenden", die die Bilder als Wandschmuck pflegten.
Erinnerungsstücke aus Haaren wurden im Trauerfall, aber auch zu Hochzeiten angefertigt. Man wollte einen Teil des geliebten Menschen bei sich tragen oder täglich sehen.
Grundlegend lassen sich zwei Herstellungstechniken unterscheiden: Die Schlingen- und Schlaufentechnik und die Klebetechnik. Florale Bildelemente sind in fast allen Bildern enthalten. In Schlingen- und Schlaufentechnik wurden besonders Blumensträuße und Blütenkränze wozu das Haar geflochten, gewoben oder geklöppelt wurde und teils mit kleinen Perlen oder dünnen Silber- oder Golddrähten verziert wurde. Bei der Klebetechnik werden Bilder aus kleingeschnittenen, parallel gelegten und zu Formen geklebten Haaren gefertigt. Die Haarbilder sind hinter Glas gerahmt. Diese Handarbeiten wurden von Perückenmachern oder auch von Nonnen hergestellt. Außerdem war die Anfertigung auch ein Zeitvertreib großbürgerlicher und adeliger Frauen.
Permalink zum Objekt:
https://alltagskulturen.lvr.de/de/link/DE-MUS-092717/lido/dc00033492