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ObjektFrüchtespeisen und Rohgemüse

Beschreibung: Im Kochbuch und Ernährungsratgeber mit dem Titel "Früchtespeisen und Rohgemüse" von Dr. med. M. Bircher-Benner und Dr. med. Max Edwin Bircher, erschienen in der Reihe "Wendepunktbücher" als "Nr. 1" im Wendepunkt-Verlag (Leipzig, Zürich), geht es um das Thema gesunde Ernährung. Zunächst werden die Vorteile einer vegetarischen, vorwiegend auf Rohkost spezialisierten Ernährung dargelegt, bevor verschiedende Rezeptvorschläge sowie Zubereitungshinweise vorgestellt werden. Außerdem gibt es Hinweise für Diabetiker und übergewichtige Menschen. Am Ende des Buches finden sich mehrere Werbeanzeigen, u.a. für Kellog´s Cornflakes und Nuxo Nussnahrung, aber auch Anzeigen für Gesundheitssanatorien, z.B. für das "Dr. Bircher-Benners Sanatorium" am Zürichberg (gegründet 1897), betrieben von einem der Autoren des Buches. Das vorliegende Exemplar stammt aus der 8. Auflage aus dem Jahr 1928. Auf der inneren Titelseite findet sich der handschriftliche Vermerk vom Vorbesitzer "Bonn-Wessel. 25.06.94 4 DM", hierbei handelt es sich vermutlich um eine Kaufinformation.
Kontext: Maximilian Oskar Bircher-Benner (* 22. August 1867 in Aarau; † 24. Januar 1939 in Zürich) war ein Schweizer Arzt und Ernährungswissenschaftler. Er entwickelte das Birchermüesli und gilt als Pionier der Vollwertkost. Durch die Behandlung einer magenkranken Frau kam Bircher-Benner auf die Idee, eine Rohkost-Diät zu entwickeln. Der bekannteste Bestandteil seiner Vollwertkost-Diät war das Bircher-Müesli. Er stellte die These auf, dass nicht der Gehalt an Nährstoffen für die Qualität der Nahrungsmittel entscheidend sei, sondern Sonnenenergie. Diese Lehre stieß auf Skepsis seitens Medizinern und Naturwissenschaftlern. Auch seine Annahme, dass Rohkost wertvoller sei als gekochte und pflanzliche Nahrungsmitel, widersprach den damals gängingen Ernährungsansichten. 1904 eröffnete er in Zürich ein Sanatorium. Kurgäste waren u.a. Thomas Mann, Rainer Maria Rilke, Hermann Hesse oder Wilhelm Furtwängler. 1923 gründete Bircher-Benner die Zeitschrift "Der Wendepunkt im Leben und im Leiden" und verfasste "Wendepunkt-Kochbücher", die weite Vebreitung fanden. Rechtskonservative und nationalsozialistische Mediziner unterstützten Bircher-Brenners Lehre. Der deutsche Reichsärzteführer Gerhard Wagner wollte Bircher-Brenner die Leitung des Rudolf-Hess-Krankenhauses übertragen, jedoch scheiterten diese Bemühungen wegen Widerständen anderer Mediziner und finanzieller Probleme. Bircher-Brenners Sanatorium blieb jedoch in den 1930er Jahren ein Treffpunkt für nationalsozialistische Ärzte und Hygieniker. Nach seinem Tod führten zwei seiner Söhne den Santoriumsbetrieb fort. 1973 ging es schließlich in den Besitz des Kantons Zürich über, bis es 1994 endgültig geschlossen wurde.
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