Foto: Flachsbrechen

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FotoFlachsbrechen

Beschreibung:

Inhalt: Blick auf die Arbeitssituation an der Darrstelle. Drei Männer arbeiten an den Flachsbrechen ("Brechladen"), zwei Männer drehen die gebrochenen ("gebrechten") Flachsbündel zu Zöpfen, zwei Frauen trocknen ("darren") den Flachs auf dem Eisenrost der Feuergrube ("Röstgrube"). Im Hintergrund sind die Planen, die den Arbeitsplatz vor Wind schützen, zu sehen. Links steht der Ackerwagen mit dem Rohflachs. Kontext: Um aus den durch das Rösten ("Rezen") morsch und Trocknen ("Darren") spröde gewordenen Flachshalmen den Bast zu lösen, aus dem das spinnfähige Material zur Herstellung von Leinengarn gewonnen wird, müssen diese „gebrecht“ d.h. zerschlagen werden. Das Flachsbündel wird dazu mit einer Hand ruckartig über die Fugen der Breche gezogen. Währenddessen wird mit der anderen Hand der an einer Seite mit einem Klotz beschwerte, bewegliche Hebelarm der Flachsbreche ("Brechlade") niedergeschlagen. Dieser Arbeitsschritt passiert in der gemeinschaftlich genutzten Darrstelle („Brechkaul“) am Wegrand vor dem Dorf. Der Platz wird mit Planen („Waantüchern“) gegen den Wind geschützt, in seiner Mitte befindet sich die gemauerte Feuergrube ("Röstgrube"), wo die Flachsbündel auf einem Eisenrost zuvor durch heiße Luft getrocknet wurden. Die Feuergrube ("Röstgrube") wird von einem einige Meter entfernt liegenden Feuer, dessen Hitze durch einen unterirdischen, gemauerten Kanal zur Grube geleitet wird, gespeist. Im Hunsrück wird die Darrstelle häufig „Röstgrube“ genannt. In anderen Regionen bezeichnet „Röstgrube“ ein Wasserbecken oder Teich, in dem die Flachshalme vor dem Trocknen so lange gewässert werden, bis sich die Fasern voneinander lösen. Solange die Flachshalme warm sind, lassen sich deren hölzerne Teile, „Grannen“ genannt, mit Hilfe der Flachsbrechen ("Brechladen") leicht zerschlagen. Die gewonnenen rohen Fasern nennt man Schleißen, sie werden für die Weiterverarbeitung strangweise („hafelweise“) zu Zöpfen gedreht. Die Aufnahme entstand während der Dreharbeiten für den Film "Bäuerliche Flachskultur", Amt für Rheinische Landeskunde, Bonn 1978. Flachs ist der Rohstoff für Leinen. Für die Filmaufnahmen werden die Arbeitsschritte vorgeführt, da im Hunsrück seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges kein Flachs mehr angebaut wird. Hasselbach 1977.

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