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FotoBrotbacken

Beschreibung: Eine Gruppe von acht Personen geht eine Straße entlang. Vorneweg geht ein Mann mit einer Schubkarre, auf der sich ein Mehlsack und ein Bündel aus Reisig und Stöcken ("Schanze") befinden. Die Frau neben ihm trägt eine Kittelschürze und ein Kopftuch. In der einen Hand trägt sie einen weißen Blecheimer, in der rechten an den Körper gedrückt einen Steintopf mit Sauerteig. Hinter ihr laufen zwei weitere Frauen, von denen die rechte eine Kittelschürze und ein Kopftuch trägt und ein Kind an der Hand hält. Verdeckt von dem Mann im Vordergrund mit der Schubkarre ist ein Junge mit Kniestrümpfen zu erkennen, der eine Spachtel mit einem langen Stiel trägt. Neben ihm läuft ein weiterer Mann mit Hut, der eine Schubkarre mit den gleichen Utensilien darauf wie der Mann im Vordergrund vor sich her schiebt. Am vorderen der beiden Häuser im Hintergrund stehen vier Personen und schauen der Gruppe auf der Straße zu.
Kontext: In der Gemeinde Löhndorf wurde noch bis in die 1970er Jahre von einigen Familien Brot im Gemeinschaftsbackhaus gebacken. Die Familien brachten hierzu ihre eigenen Utensilien mit. Der sich in dem Steintopf befindende Sauerteig ist ein Rest des Teiges vom vorherigen Backen. Dieser wird bis zum nächsten Backen in dem Steintopf aufbewahrt und dient dann als Treibmittel und Geschmacksträger. Die Reisigbündel dienen dem Befeuern des Ofens, wofür 4-6 Bündel benötigt werden, und wurden von den am Backen beteiligten Familien anteilig mitgebracht. Das Backhaus ("Backes") wurde 1971 vom LVR-Freilichtmuseum Kommern übernommen und transloziert. Die Aufnahme enstand anlässlich der Dreharbeiten zum Film "Brotbacken im Gemeindebackhaus", Amt für Rheinische Landeskunde Bonn, Löhndorf 1970.
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