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ObjektBesenborten

Beschreibung: Vier gewebte Besenborten in verschiedenen Ausführungen, Farben und Materialien (Leinen, Baumwolle, Wolle, Viskose). Die schmalere dunkelrote Borte zeichnet sich durch einen zick-zack-förmigen "Besen" aus, die Besonderheit bei der breiten dunkelroten Borte ist die Tatsache, dass sie aus zwei Besenborten besteht, die miteinander verbunden sind bzw. sie besteht aus einem Band vom Bandwebstuhl, das eigentlich erst noch in der Mitte aufgetrennt werden muss, um die charakteristischen Besen aus den zur Seite hin abgeschnittenen Schussfäden entstehen zu lassen. Alle vier Besenborten stammen aus der Bandweberei Büsgen in Wuppertal.
Kontext: Die Besenborte besteht aus einem fest gewebten Teil, aus dem zur Seite hin abgeschnittene Schussfäden wie ein kleiner Besen herausragen. Sie war zunächst ein typischer Besatzartikel für die Damenoberbekleidung bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Die Damen trugen zu dieser Zeit Röcke und Kleider, die bis zum Boden reichten. Der ständige Kontakt des Rocksaumes führte zu dessen rascher Verschmutzung und zum Verschleiß. Die Besenborte wurde daher als Schutz verwendet. Der fest gewebte Teil wurde auf die Innenseiten der bodenlangen Röcke und Kleider genäht, sodass diese vor dem direkten Bodenkontakt geschützt wurden. Als Material wurde für Besenborte meist Mohairgarn verwendet, weil diese Garne besonders fest und verschleißresistent sind. Zur Herstellung diente ein Schiffchenbandwebstuhl. Damit wurden pro Webstelle (Gang) immer zwei Besenborten produziert, die erst nach dem Webprozess aufgeschnitten wurden. Im Volksmund nannte man diese Borte auch „Straßenfeger“. Heute dienen Besenborten auch als Verzierungen von Kleidung, Möbeln, Tisch- und Bettwäsche, Kissenbezügen u.Ä.
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