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ObjektAndachtsbild

Beschreibung: Andachtsbild in einem braunen, profilierten Holzrahmen. Das aus der Passionsgeschichte entnommene Motiv ist auf ein Porträt des dornengekrönten Jesus verdichtet. Der Gesichtsausdruck ist leidvoll, der Kopf und die Augen sind verzweifelt und bittend zum Himmel gedreht. Farbgebung vorwiegend braun.
Kontext: Bei dem Bild von Guido Reni handelt es sich um den dornengekrönten Kopf Jesu. Auf der Schulter wird der rote Spottmantel sichtbar. Der Titel "Ecce homo" leitet sich von dem Ausruf des Pilatus "Siehe, welch ein Mensch!" anlässlich der Zurschaustellung des gegeißelten und dornengekrönten Christus ab. Guido Reni verzichtet auf alle ikonographisch überlieferten Zutaten (Pilatus, Volk). Durch diese Konzentration wird der Andachtsbildcharakter noch deutlicher. Die barocke Dramatik, die Guido Reni erzeugt, entspricht eigentlich nicht dem Christusbild des 19. Jahrhunderts. Trotzdem ist das Bild sehr populär gewesen. Durch den geprägten Goldrahmen wird der barocke Ursprung des Bildes noch betont. Das Andachtsbild ist sehr beliebt gewesen, wurde von mehreren Verlagen vertrieben und findet sich in katholischen und evangelischen Häusern. Für die Verbreitung im evangelischen Raum sorgte z. B. die Zeitschrift "Sonntagsgruß Himmelan" des Verlages Carl Hirsch in Konstanz, wo das Motiv als Prämienbild (1913) verteilt wurde. Im "Christlichen Kunstblatt" ist das Bild schon frühzeitig erwähnt. Die Lithografie stammt aus dem Hof Peters. Das Wohngebäude des Hofes wurde Ende des 19. Jahrhunderts im Weiler Steinscheid errichtet. Die Hofanlage Peters mit Stallungen und Scheune ist an Ort und Stelle im LVR-Freilichtmuseum Lindlar erhalten.
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